Beschreibung: Leopardgeckos werden zwischen 25 und 30 Zentimetern lang. Der Kopf ist auffallend lange Kopf und wird etwa halb so lang wie der Rumpf und weist auffällige Augenlider auf. Der im Ansatz fleischig verdickte, segmentartig gegliederte Schwanz erreicht etwa ein Drittel der Kopf-Rumpf-Länge. Der Körper ist gelb bis grauviolett gefärbt und weist viele schwarzbraune Flecken und häufig einen hellen Rückenlängsstreifen auf. Die Schuppen sind feinkörnig, darunter liegen höckerige Erhebungen. Von der Schnauzenspitze verläuft ein heller Streifen unter dem Auge bis zum Ohr und über den Hinterkopf. Häufig kommt eine X- oder Y-förmige helle Zeichnung auf der Schnauze vor. Der Schwanz weist oft noch die Bänderung der Jugendzeichnung auf. Die Bauchseite ist glatt beschuppt und ohne Zeichnung auf. Alte Tiere sind oberseits oft einheitlich braun. Die Zehen weisen Krallen aber keine Haftlamellen auf.
Die Männchen sind kräftiger gebaut mit breiteren Köpfen und ausgeprägten Präanalporen. Jungtiere sind strohgelb mit dunkelbraunem Kopf und Hals, zwei dunkelbraunen Querflecken über dem Rumpf und schwarz-weiß gebändertem Schwanz.
Lebensweise: Leopardgeckos sind nachtaktiv und verbringen den Tag unter Steinen oder in Höhlen. Die Höhlen werden stellenweise selbst gegraben oder von anderen Tieren übernommen und erweitert. Sie bevorzugen dabei Orte mit gewisser Umgebungsfeuchtigkeit und kommen dort oft in größeren Kolonien vor. Während der Aktivitätsphase werden sie als sehr vital beschrieben und sind trotz fehlender Zehenlamellen geschickte Kletter. Aufgrund ihrers wechselwarmen Wärmehaushalts nutzen sie nachts die noch vom Tag aufgeheizten Steine als Wärmequellen. Während der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine Winterruhe von einigen Monaten.
Verbreitung: Der Leopardgecko ist in weiten Teilen Asiens verbreitet. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst dabei Bangladesch, Nordindien, Teile Pakistans, Afghanistan, Iran, Irak, Turkmenistan, Syrien sowie die Türkei. Dort bewohnen die Tiere trocken bis halbtrockene Steppengebiete und trockene Grasländer.
Ernährung: Leopardgeckos ernähren sich vornehmlich von Kleingetier aller Art, wie Käfern, Spinnen, Würmern, Maden, Larven und Hundertfüßern, aber auch Skorpionen und nestjunge Kleinsäuger. Er nimmt aber gelegentlich auch pflanzliche Nahrung zu sich. In Gefangenschaft werden meist Grillen, aber auch andere Insekten sowie junge Kleinsäuger verfüttert. Die Weibchen stellen kurz vor der Eiablage die Nahrungsaufnahme ein.
Fortpflanzung: Leopardsgeckos erreichen mit 18 bis 24 Monaten die Geschlechtsreife. Die Paarungszeit beginnt meist kurz nach der Winterruhe. Die Eiablage erfolgt rund drei bis vier Wochen nach der Paarung. Das Gelege besteht aus ein bis zwei Eiern und wird in weichen Bodengrund abgelegt. Es kann bis zu zehn Gelegen kommen. Die Inkubationszeit richtet sich stark nach der Temperatur. Unter kontrollierten Umständen schlüpfen die Jungtiere nach 40 bis 65 Tagen. Die Bruttemperatur wirkt sich auch auf das Geschlecht der Jungtiere aus. Bei unter 26°C schlüpfen meist nur Weibchen und bei über 31,5°C meist nur Männchen. In freier Natur erfolgt der Schlupf meist nach 90 bis 100 Tagen. Die Jungtiere sind 80 bis 85 Millimeter groß. Sie sind bräunlich bis ockerfarben gefärbt und weisen eine weißliche Bänderung auf. Ab dem fünften Lebensmonat stellt sich die adulte Ausfärbung ein. In Gefangenschaft erreichen Leopardgeckos im Schnitt ein Alter von 22 Jahren.
Leopardgeckos als Haustiere: Der Leopardgecko gehört zu den am häufigsten in Terrarien gehaltenen Reptilien. Der Großteil der Tiere dürfte mittlerweile aus Nachzuchten stammen, überwiegend mit Vorfahren aus Pakistan.
Bemerkenswert ist die Vielfalt der Farbzüchtungen, die mittlerweile verkauft werden. Die teils zu exorbitanten Preisen gehandelten Tiere werden unter Namen wie Yellow Phase (schwarze oder violette Punkte auf gelbem Grund) oder Albino (ohne schwarze oder braune Farbelemente) gehandelt. Für Informationen über die Haltung existiert an anderer Stelle umfangreiche Literatur.
Leopardgeckos zeigen im Terrarium ein sehr interessantes Abwehrverhalten. Fühlen sich die Tiere bedroht, drücken sie ihre Beine durch und machen einen Katzenbuckel um größer zu wirken. Sie reißen das Maul auf und stoßen teilweise schrille Laute aus. Führen diese Warnungen nicht zum gewünschten Erfolg, stürmen sie zu ihrem Gegner und beißen zu. Leopardgeckos haben kräftige Kiefer und können durchaus schmerzhafte Wunden verursachen.


