Leopardleguan - Gambelia wislizenii [Haltung]




Leopardleguan - Gambelia wislizenii [Haltung]

Beitragvon Nephtalyn » Mi 1. Dez 2010, 12:27

lat.:Gambelia wislizenii
deutscher Trivialname: Leopardleguan

Herkunft:trockene, sandig-felsige Gebiete Nordamerikas (Death Valley bis Oregon und den Norden Mexikos)

Beschreibung:Leopardleguane werden bis ca. 40cm groß, wobei 2/3 der Gesamtlänge auf den Schwanz fallen. Die Männchen bleiben deutlich kleiner und schmächtiger. Die Färbungen gehen von bräunlich, beige bis zu Grautönen mit dem namensgebenden Leopardmuster, welches sich kontrastreich auf der Oberseite des Tieres zeigt. Die Unterseite ist einfarbig hell.
Besonderheiten der Färbungen: Jungtiere schlüpfen mit deutlichen orangefarbenen Flecken, welche auch Weibchen in der Trächtigkeit (manchmal auch schon bei Paarungsbereitschaft) ausbilden. Explizite Farbmorphen gibt es noch nicht.
Die Lebenserwartung liegt bei ca. 10 jahren

Geschlechtsunterschiede:ausgewachsene Männchen bleiben kleiner und schmächtiger, zudem haben sie deutlich vergrößerte Postanalschuppen. Die Femoralporen ausgeprägter als bei den Weibchen.

Verhalten:Der Leopardleguan lebt in freier Wildbahn tagsüber in kleinen Gruppen und zieht sich nur abends alleine in sein Versteck zurück. Sie können sich sehr schnell auf ihren Hinterbeinen aus dem Staub machen, was man in einem ausreichend großem Terrarium desöfteren beobachten kann, was durchaus zB beim Jagen oder bei Streitereien innerhalb der Gruppe vorkommen kann. Trotzdem ist der Leopardleguan eher ein ruhiger Vertreter in der Terrarienhaltung. Nach Eingewöhnung lässt er sich gerne tagsüber beim klettern, jagen, graben, oder einfach nur beim sonnen beobachten. In manchen Fällen lässt er sich auch an die Hand gewöhnen, was z.B. eine regelmäßige Gesundheitskontrolle vereinfacht. Er ist relativ stressempfindlich, was man bei einem Transport (zb zum Tierarzt, nach dem Kauf auf dem Nach-hause-weg und auch beim Terrarienstandort) berücksichtigen sollte.
männliche Tiere sind sehr territorial und dulden kein weiteres männliches Tier in seinem Bereich.

Ernährung:diese rein karnivor lebende Art ernährt sich hauptsächlich von Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, etc
eine ausreichende Vitamin und Mineralstoffsupplementierung ist unabdingbar.
ich reiche meinen Tieren bei jeder 2ten bis 3ten Fütterung mit Korvimin bestäubte Futtertiere und biete ihnen ein ständig erreichbares Schälchen mit Calciumpulver im Terrarium.

Terrarium:als Mindestmaß für eine 1.2 Konstellation sollte ein Terrarium mit der Größe 160x60x80 BTH empfohlen werden. wobei es auch bei dieser Art auszahlt, den Lebensraum so groß wie möglich zu wählen. Ich selber halte eine 1.2 Gruppe in einem 200x80x80 Terrarium, in dem sie nahezu ihr gesamtes Verhaltensspektrum zeigen.
eine gut strukturierte Rückwand ist sehr zu empfehlen, da diese Art (entgegen einiger anderen Haltungsberichten) nach eigener Beobachtung sehr gerne klettert.
Es sollten mehrere Sonnenplätze geschaffen werden, da sie gerne zusammen in der Gruppe aber auch mal getrennt immer mal wieder über den Tag verteilt sonnenbaden.

Beleuchtung:Dies tagaktive Gattung ist sehr sehr lichthungrig und UVbedürftig.
Es empfiehlt sich, die Grundbeleuchtung aus T5 Leuchtbalken und HQI Strahlern zu gestalten und zudem noch einen geeigneten UV Ganzstrahler zu verwenden. evtl Spotstrahler zur Temperaturregelung oder um weitere Sonnenplätze zu schaffen.
Die Beleuchtung sollte man generell nach der Größe des Terrariums wählen, nach dem Einbau unbedingt eine zeitlang probelaufen lassen um sicherzustellen, dass die gewünschten Temperaturen erreicht/ nicht überschritten werden.

Temperaturen und Luftfeuchtigkeit:die Lufttemperatur sollte sich Tagsüber in einem Temperaturgefälle zwischen 23°C und 30°C bewegen, punktuell bis 45°C. Nachts sollte die Temperatur auf ca 20°C abgesenkt werden.
Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber bei ca 30% und nachts bei etwa 50%, was durch abendliches kurzes Sprühen mit lauwarmem Wasser erreicht wird.

Einrichtung des Terrariums:Der Bodengrund sollte aus Sand mit einem kleinen Lehmanteil bestehen (ca. 1:10 - 1:15) Steinaufbauten, Wurzeln, Äste dienen neben der Rückwand zum klettern und auch um höhere Aussichtspunkte zu schaffen. Für jedes Tier sollte mind. 1 Höhle angeboten werden. Ich biete meinen Tieren zusätzlich eine Wetbox ähnlich wie bei Leopardgeckos an. Die Leguane ziehen sich von Zeit zu Zeit gerne in diese Boxen zurück, welche ihnen durch die erhöhte Feuchtigkeit u.a. das Häuten erleichtert. Außerdem wurden die Boxen desöfteren schon zur Eiablage genutzt. Pflanzen sind nicht unbedingt nötig, können aber dennoch das Terrarium verschönern, dazu bieten sich zb Tillandsien an. Nicht zu vergessen: es sollte ein Schälchen mit täglich frisch gewechseltem Wasser zur Verfügung gestellt werden.

Winterruhe:Die Winterruhe ist unabdingbar für die Gesundheit dieser Tiere. Optimalerweise lässt man vorher Kotproben auf die Gesundheit der Tiere untersuchen, da kein parasitenbefallenes Tier in Winterruhe geschickt werden sollte. Man fängt allgemein im Spätherbst an, die Temperaturen zu senken und die Beleuchtungzeit zu reduzieren bis man etwa 6Std Licht am Tag erreicht hat, in dieser Zeit wird die Fütterung komplett eingestellt. Die Beleuchtungszeit wird weiter reduziert bis ganz auf sie verzichtet wird.
Je nach Standort des Terrariums können die Tiere in demselben verbleiben oder man setzt sie explizit zur Winterruhe gerichtete Boxen (zb Zewa als Bodengrund, Höhle, Wasserschale).
die Temperatur während der Ruhezeit sollte bei etwa 10-12°C liegen und um die 8 bis 10 Wochen dauern.

Verpaarung:nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit.
Die Weibchen bilden nach der Paarung orange Flecken v.a. an den Flanken aus. bis zur Eiablage dauert es etwa 3 bis 4 Wochen.In der Regel legt ein Weibchen zwischen 5 und 7 Eiern. Nachdem die Eier in einen geeigneten Inkubator überführt wurden kann man mit dem Schlupf der Jungtiere nach etwa (temperaturabhängig) 50 bis 80 Tagen rechnen.

Aufzucht der Jungtiere:Leopardleguane sind wie auch viele andere Echsenarten kanibalistisch veranlagt. dh. die Jungtiere sollten getrennt von den ausgewachsenen Tieren aufgezogen werden, da sie sonst unter Umständen in deren Magen landen könnten.
Zudem hat es sich bewährt die Schlüpflinge in den ersten 2 Wochen getrennt voneinander aufzuziehen und sie danach in kleinen Grüppchen von max 3 Tieren zu halten.
das Geschlecht kann man mit geübtem Auge in Einzelfällen schon recht früh mit etwa 8 Wochen erkennen. Männchen und Weibchen sollten nun getrennt aufgezogen werden, bis sie das paarungsfähige Alter erreicht haben. Weibchen sollten erst mit frühestens 1 1/2 Jahren verpaart werden. Zu junges Verpaaren könnte u.a. zu einer Legenot führen, welche in den meisten Fällen tödlich enden kann.

Literaturempfehlungen: leider gibt es noch keine Literatur explizit über diese Art, dennoch heißt es, dass man sich stark an den Haltungsbedingungen der Halsbandleguane orientieren kann (kann ich selber aber nicht beurteilen, da ich mich noch nicht über diese schlau gemacht habe.)

Diese Orientierung zu den Haltungsbedingungen der Leopardleguane habe ich zusammengestellt durch: überwiegend eigene Erfahrungen, Informationen meines damaligen Züchter des Vertrauens, vereinzelt Informationen aus den Weiten des WWWs

Fotos reiche ich nach, sobald meine Pfleglinge aus der Winterruhe zurück sind.

lg Ulla
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