Hakennasennatter (Heterodon Nasicus Nasicus) [Haltung]




Hakennasennatter (Heterodon Nasicus Nasicus) [Haltung]

Beitragvon Jeffrey » Do 5. Nov 2009, 00:23

Hakennasennatter (Heterodon Nasicus Nasicus)



Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Westlichen Hakennasennatter ist die mittlere USA bis nach Mexico.

Daher benötigen sie relativ hohe Grundtemperaturen von 25-30°c mit einer Wärmestelle von ca. 35°C.


Aussehen



Die normale Grösse der Heterodon Nasicus liegt bei 50-70 cm, es gibt aber Exemplare die an die 90 cm lang werden. Die Weibchen sind sowieso grösser und massiger. Vor allem erkennt man ein Weibchen aber daran, dass es einen viel kürzeren Schwanz hat.


Der Körperbau der Hakennasennatter ist sehr gedrungene mit einem Kopf, der nur undeutlich vom Körper abgesetzt ist. Der Schädel ist natternuntypisch. Der Rostralschild am Schnauzenanfang ist zu einer aufgebogenen, schaufelartigen Hakennase verwachsen, der den Tieren zu ihrem Namen verhalf. Die Pupillen sind rund, die Iris braun. Die Grundfarbe der Tiere reicht von beige, über hellbraun, rötlich bis zu olivgrün und wird von sattelförmigen Flecken unterbrochen. Die Bauseite reicht von beige, gelb, weiss, über schachbrett-ähnlich, bis zu ganz schwarz.



Lebensweise


Hakennasennattern sind tagaktive bodenbewohnende Schlangen. Sie vergraben sich gerne in ihrer Einstreu und bauen, wenn möglich, ganze Tunnelsysteme aus denen dann oft nur ihre stupsnasenartige Schnauze herausschaut. Insgesamt sieht man sie aber doch sehr oft. Die Tiere sind in ihrem Wesen recht zurückhaltend und ergreifen eher die Flucht als anzugreifen. Fühlt sich die Schlange aber bedroht und in die Ecke gedrängt, richtet sie sich auf, spreizt ihre Halsregion wie eine Kobra, gibt deutlich vernehmbare Zischlaute (Mimikry der Zwergklapperschlange) von sich und stösst, mit geschlossenem Maul, zu. Zugebissen wird jedoch nie! Da sich die beiden Schlangen den gleichen Lebensraum teilen, kommt sie meist auch recht glaubwürdig rüber :). Führt dieses Abwehrverhalten trotzdem nicht zum Erfolg, stellt sie sich tot. Sie legt sich mit offenem Maul und heraushängender Zunge auf den Rücken. Durch extremes Anspannen der Halsmuskulatur kann sie aus dem Hals bluten. Zusätzlich sondert sie ein übelriechendes Analsekret aus und simuliert so ein verendetes Tier, was auch den hartnäckigsten Angreifer abschrecken dürfte. Bei Nachzuchttieren ist dieses Verhalten jedoch nie zu beobachten, da sie nicht in so extreme Stresssituationen geraten.



Haltung

Ein Terrarium für ein ausgewachsenes Pärchen sollte die Maße 80x40x40cm haben. Als Bodengrund eignet sich leicht grabfähiges Substrat wie Terrariensand, Kokosfaser, Terrarienerde oder Torf. Bei Jungtieren sollte man die Einstreu etwa 5cm und bei adulten Tieren

8-12cm einfüllen, damit sie sich einwühlen können.

Die Temperatur sollte tagsüber 25-30 Grad betragen bei einer lokalen Aufwärmmöglichkeit von etwa 35 Grad. Nachts kann die Temperatur auf Raumtemperatur fallen. 17 bis 22 Grad sind hier ideal.

Verstecke wie Korkröhren, Tontöpfe und Wurzeln tragen deutlich zum Wohlbefinden der Tiere bei, obwohl Heterodon nasicus nasicus des öfteren ganz eingegraben ist, sich aber trotzdem regelmässig an der Oberfläche aufhält. Natürlich muss wie bei allen Schlangen stets frisches Wasser zur Verfügung stehen. Des weiteren kann man einen leicht erhöhten Sonnenplatz anbieten, den die Tiere meist in den frühen Morgenstunden aufsuchen um sich aufzuwärmen. Alle Einrichtungsgegenstände sollten direkt auf dem Terrarienboden stehen um nicht beim Herumgraben zur Gefahrenquelle zu werden.



Futter

In freier Wildbahn stehen Frösche, Kröten, jedoch auch Echsen, andere kleine Reptilien, Vögel so wie Kleinsäuger auf dem Essensplan. Jungtiere bereiten bei den ersten Nahrungsaufnahmen teilweise einige Probleme, da sie eben von Natur aus, gerade im jungen Alter, eher zu Amphibien und kleinen Reptilien greifen würden. Ich füttere generell nur aufgetautes Frostfutter, aber besonders bei der Heterodon ist Lebendtierfütterung abzulehnen, da diese Natternart ihre Beute nicht vor dem Verzehr tötet (Froschfresser) noch achtet sie auf die Schlingrichtung. Ob von vorne, von hinten oder seitlich, Hauptsache es kommt was in den Bauch. So ungeschickt wie sie beim Fressen vorgehen wird es nur zu einer unnötigen Qual für das Futtertier. Sollten Jungtiere Probleme beim Fressen bereiten kann man versuchen sie zusammen mit einer toten Babymaus bis zu 2 Tage und Nächte in einer kleinen Box zu belassen, da Hakennasennattern als eine der wenigen Schlangen auch Aas annehmen und dieses auch problemlos verwerten.

Unter den Hakis gibt es gierige Fresser, es gibt aber Tiere, die über Wochen hinweg jegliches Futter verweigern, was einen manchmal zur Verzweiflung bringen kann. Ich weiss wovon ich spreche, mein Pärchen gehört der zweiten Gattung an.


Überwinterung

Eine Ueberwinterung der Tiere ab Mitte/Ende Dezember bei 8-12°C für etwa 10 bis 16 Wochen ist ratsam. 14 Tage vorher stellt man die Fütterung ein, damit sich ihr Darm vollständig entleeren kann. Während der Winterruhe müssen sie immer die Möglichkeit zum Trinken haben, weshalb ein Wassernapf in der Box nicht fehlen darf.


Paarung

Die Paarungszeit dieser Schlangen ist von März bis Mai. Es werden um die 18 Eier gelegt, teilweise erfolgen mehrere Ablagen in einem Jahr. Kurz vor der Eiablage sollte man das Männchen von dem Weibchen trennen da Hakennasennattern auch Reptilieneier fressen und es schon vorgekommen sein soll, dass die männliche Natter einige Eier aus dem Gelege des Weibchens verdrückt hat. Natürlich muss man dem Weibchen eine Ablagemöglichkeit in Form einer Wetbox oder ähnlichem anbieten.

Die Eier werden bei 27 Grad auf feuchtem Brutsubstrat, wie z.B. Vermiculit ausgebrütet. Nach etwa 55 Tagen schlüpfen die jungen und häuten sich unmittelbar nach dem Schlupf.


Besonderheiten

In manchen Berichten wird die Heterodon Nasicus Nasicus als Trugnatter eingestuft, was sie je nach Rechtslage zur Giftschlange mutieren lässt. Sie gehört jedoch keinesfalls zu den Boiginae und ihre im hinteren Teil des Oberkiefers liegenden Gift zähne dienen nur der Verdauung der Beute, nicht dem Töten derselben. Das Gift der Heterodon nasicus ist sehr schwach und enthält nur lokal aktive Enzyme.Ausserdem enthält es keine neurotoxischen Komponenten, wie es bei anderen Trugnatter-Gattungen, wie z.B. Boiga der Fall ist. Die Tiere haben auch nur einen winzigen Giftvorrat. Selbst dauerhafte Bisse sind oft ohne Symptome, jedoch gibt es durchaus Fälle, in welchen Juckreiz und Schwellungen auftreten.


Diese kleinen Schlangen mit dem überaus lustigen und liebenswürdigem Aussehen bedeuten keinerlei Gefahr für ihren Halter, im Gegenteil, beim Handling verhalten sie sich äusserst ruhig, was ich von verschiedenen Lampropelten nicht behaupten möchte.


Die Farbvarianten sind Yellow, Green, Red, Albino, Pastelpink-Albino, Jungle
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