Terrarienpflanzen (Haltung und Zucht)




Terrarienpflanzen (Haltung und Zucht)

Beitragvon luxemburger » Mo 20. Dez 2010, 21:29

Hallo,
Wie ich oft hier im Forum sehe wissen einige User nicht welche Pflanzen sich gut für das Terrarium eignen, da ich selbst Pflanzen züchte und einige Bücher über (Terrarien)Pflanzen besitzte, möchte ich hier mal die bekanntesten Terrarienpflanzen (mit ihrer Haltung und Zuchtvorgang) aufzählen.
Bis jetzt habe ich nur Pflanzen durch Stecklinge (mehrere Ficus -Arten, Efeutute, Purpurtute) und Ausläufer (Grünlilie) gezüchtet, was aber nicht bei allen Pflanzen funktionniert. Im Moment versuche ich Streifenfarn und Orchideen zu züchten.
Giessen und Düngen mache ich unregelmässig, Pflanzen im Terrarium werden 1-2 mal in der Woche gegossen wobei ich die anderen Pflanzen ungefähr alle 10 Tage giesse und 1-3 mal jährlich mit Flüssigdünger giesse.

Grünlilie:
warm, hell und feucht. Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien), doch auch für Aqua-terrarien (die Wurzeln können ständig sumpfig/feucht sein. Vermehrung durch Kindel an Ausläufern. Für Terrarien ab 30x30cm Grundfläche.
Ficus: (pumila, benjamina, elastica,...)
hell bis schattig und feucht. Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien), doch der Ficus pumila zum Beispiel auch für Aqua-terrarien (bei mir macht er Wurzeln unter Wasser). Vermehrung durch Stecklinge und Abmoosen. Die meisten Ficus-Arten werden ziemlich hoch, doch Bodenbedecker (z.B. Ficus pumila) kann man schon in kleinen Terrarien pflegen.
Efeutute, Monstera, Philodendron, Maranta:
Warm, hell und feucht. Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien), Aqua-terrarien (macht Wurzeln unter Wasser und bei hoher Luftfeuchtigkeit). Vermehrung durch Stecklinge und Abmoosen. Für mittelgrosse und grosse Terrarien geeignet.
Farne: (z.B. Streifenfarn, Frauenhaarfarn,...)
halbschattig, warm, feucht und hohe Luftfeuchtigkeit. Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) und Aqua-terrarien. Vermehrung durch Sporen. Schon für kleine Terrarien geeignet.
Bromelien: (z.B. Guzmania, Tillandsia,...)
Warm, hell und leicht feucht. Auch epiphytische Pflanzen tauchen im Handel auf (brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit). Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) und Aqua-terrarien. Vermehrung durch Kindel. Für mittelgrosse Terrarien.
Orchideen:
Warm, hell und feucht. Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien). Vermehrung durch Kindel oder Teilen (der Pseudobulben) beim Umtopfen (Unterschiedliche Vermehrungsarten bei verschiedenen Pflanzenarten). Die ''Mini''-Orchideen schon für kleine Terrarien, allerdings brauchen die ''normalen'' Orchideen ein hohes Terrarium wegen der Blüte.
Kakteen:
warm, trocken (wenig giessen). Vermehrung durch Samen (aus den Blüten). Geeignet für Trockenterrarien (Savannen-, Felsen- und Wüstenterrarien). Schon für kleine Terrarien geeignet. (Achtung wegen der Stacheln, am besten unereichbar für die Terrarienbewohner aufstellen)
Yucca:
Warm, hell und nicht zu feucht (oft aber wenig giessen). Stecklinge (von Seitentrieben oder Stammstücken bei hoher Temperatur). Für mittelgrosse und grosse Terrarien geeignet.
Dracaena: (Drachenbaum)
Hell (aber keine pralle Sonne), Warm und feucht (nie austrocknen lassen, doch Staunässe vermeiden). Vermehrung durch Kopf- und Stammstecklinge bei 25°C oder durch Samen. Wegen der Höhe für mittelgrosse und grosse Terrarien geeignet.
Flamingoblume:
hell (aber keine pralle Sonne), feucht und warm. Vermehrung durch teilen. Für mittelgrosse Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) geeignet.
Clivia:
Feucht (keine Staunässe), hell bis halbschattig, warm. Vermehrung durch Kindel. Für grosse Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) geeignet.
Einblatt:
Halbschattig bis schattig, warm, nicht zu feucht (aber nicht austrocknen lassen). Geeignet für Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) und Aqua-terrarien. Vermehrung durch teilen.
Schlefflera:
Hell bis halbschattig, warm (nachts Temperaturabsenkung), feucht halten. Vermehrung durch Samen, Abmoosen und Stecklinge. Für mittelgrosse Halbfeucht- und Feuchtterrarien (Regenwaldterrarien) geeignet.

Natürlich gibt es auch noch andere für Terrarien geeignete Pflanzen. Man muss immer ein bisschen experimentieren.
Ich kaufe meine Pflanzen beim Lambert (Trier), beim Thiellen (Mersch), im Hobby (Belle Etoile) und anderen kleinen Gärtnern.

Hier werde ich die einzelnen Zuchtvorgänge beschreiben:
Steckling:
Man schneidet sie von einjährigen, möglichst blütenlosen Trieben. Kopfstecklinge sind Triebspitzen, Teilstecklinge nennt man alle beblätterten Stengelabschnitte ohne Sprossspitze. Beide Stecklingsarten sind je nach Pflanzenart krautig, verholzt oder halbverholzt. Krautige Stecklinge sind am empfindlichsten, bewurzeln aber besser. Verholzte Stecklinge faulen nicht so schnell, bilden aber langsamer Wurzeln. Geschnitten wird etwa 1/2 cm unter einem Blattknoten. (Ich mache Stecklinge immer noch ein paar Wochen ins Wasser, bis sie Wurzeln haben, doch es funktionniert auch wenn man sie auf Substrat bewurzelt) Der Steckling sollte etwa 5 bis 10 cm lang sein und 2 bis 4 Blattpaare besitzen. Wichtig: Untere Blätter entfernen, da Erdkontakt Fäulnis fordert.
Teilen:
Dabei wird der Wurzelballen vorsichtig, aber beherzt auseinandergezogen. Verfilzte Ballen mit einem scharfen Messer durchtrennen, verschlungene Wurzeln in Wasser einweichen. Altes Pflanzsubstrat ausschütten und beide Hälften in neue Erde topfen.
Kindel:
Sie bilden sich direkt neben der Mutterrosette. Man trennt sie ab und topft sie ein, wenn sie halb so gross wie diese sind. Je mehr eigene Wurzeln ein Kindel hat, desto leichter wächst es an.
Abmoosen:
Man ritzt mit einem Messer 2 bis 3 mm tief in den Stengel, unterhalb der Schnittstelle bindet man eine Folie, die man mit feuchtem Torf oder Schaumstoff füllt. Dann bindet man oben zu. Das Substrat wird immer feucht gehalten, bis sich Wurzeln bilden. Dann schneidet man den Stengel unter der Folie ab und pflanzt die Pflanze ohne Folie in einen Topf (oder in das Terrarium).
Samen:
Aussaat in Torfquelltöpfe:
Dabei legt man Torftablette in die Schale eines Minitreibhauses und begiesst sie zum Quellen mit lauwarmen Wasser. Überschusswasser abgiessen. In jeden Torfquelltopf ein Samenkorn 1cm tief eindrücken. Mit Aufzuchterde abdecken. Haube schliessen. Nach erfolgter Keimung öfters lüften, damit das Kondenswasser abläuft und die Jungpflanzen nicht faulen. Nachher werden die Jungpflanzen wie die anderen Pflanzen behandelt und in einen Blumentopf (oder in das Terrarium) gepflanzt.
Ausläufer:
Das sind kleine Kindel die an Ausläufern (von z.B. Grünlilie) wachsen, ich stelle immer ein Glas Wasser so, dass die Kindel halb im Wasser hängen und ich lasse sie Wurzeln machen. Dann pflanze ich sie ein.
Sporen:
Sporen sind kleine Staubsamen die an Moos und Farn ''wachsen''. Diese pflegt man gleich wie die Samen.

Es gibt auch noch andere Zuchtvorgänge (wie z.B. Absenker, Blattstecklinge,...) die aber nicht bei den aufgezählten Pflanzenarten verwendet werden.


Ich hoffe dass ich helfen konnte. Fragen bitte per PN.

LG
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